Freitag, November 10, 2006

Medizinische Fachangestellte

Hallo Ihr Lieben,
vielleicht war auch EUCH das noch nicht bekannt: Arzthelferinnen heißen seit diesem Jahr nicht mehr so, sondern werden als "medizinische Fachangestellte" (MF) bezeichnet. ... An dieser Stelle möchte ich mich nicht schon wieder über die von länderübergreifenden Organisationen eingeführten komplizierten Begrifflichkeiten, die niemals Eingang in den Sprachgebrauch eines NORMALEN BundesBÜRGERS finden, aufregen. Denn DAS habe ich ja bereits beim "Prekariat" zur Genüge getan.
Mein heutiger Post steht unter der Überschrift "Medizinische Fachangestellte", weil ich mir über deren Berufsauffassung so meine Gedanken mache:
Im BERUFEnet der Arbeitsagentur kann man folgende Tätigkeitsbeschreibung lesen: Wenn sie am Empfangsschalter tätig sind, begrüßen sie die Patienten und bereiten den weiteren Praxisablauf vor. Freundlichkeit und Verständnis sind hierbei unverzichtbar, da Medizinische Fachangestellte oft die ersten Ansprechpartner sind. Sie nehmen über Computer und Chipkarte persönliche Daten in die elektronische Patientenkartei auf und achten dabei auf den Datenschutz. ... Mal ehrlich: wer von Euch wurde in den vergangenen 12 Monaten freundlich und verständnisvoll von einer MF begrüßt?! Und wer kennt nicht die Situation, dass obwohl der Empfangsbereich voller Menschen ist, nicht nur Name und andere persönliche Daten lauthals von der MF verbalisiert werden, sondern dass wir noch dazu gezwungen werden, vor all diesen Menschen den Grund unseres Arztbesuches kundzutun?!
Was ich allerdings schon bezeichnend finde, ist die Tatsache, dass im BERUFEnet der Arbeitsagentur lediglich folgende Beschreibungen zu finden sind: Ein weiterer Arbeitsbereich der Medizinischen Fachangestellten sind die Organisation des Praxisablaufs und Verwaltungsarbeiten. Sie vergeben Termine und empfangen die Patienten, dokumentieren Behandlungsabläufe für die Patientenakten und erbrachte Leistungen für die Abrechnung. ... Kann ICH nur nicht lesen oder hat die Arbeitsagentur tatsächlich vergessen, ein Wort wie "reibungslos" vor den Terminus "Organisation des Praxisablaufs" zu setzen. So gesehen kann man ihr also an dieser Stelle nicht vorwerfen, dass sie sich wieder einmal völlig weltfremd in irgendwelchen Formulierungen verloren hätte. Denn DASS sich die derzeit tätigen MFs um die Organisation des Praxisablaufs kümmern, ist uns allen hinlänglich bekannt. Aber WIE sie das tun, entspricht wohl nicht den Vorstellungen der meisten Patienten. So werden z.B. 5 sich bis dato völlig unbekannte Menschen um 7:00 Uhr morgens in eine radiologische Praxis bestellt, um eine Kernspintomographie vornehmen zu lassen ... alle in ein und demselben Gerät versteht sich! Vielleicht ist das im BERUFEnet der Arbeitsagenturen geforderte medizinische Fachwissen ein neuer Aspekt der Ausbildung zur MF und somit noch nicht bei den bisher tätigen MFs vorhanden?! Vielleicht war denen einfach nicht bekannt, dass an einer Kernspintomographie immer nur EIN Patient teilnehmen kann?! Vielleicht wollten die uns aber auch stapeln, um Zeit zu sparen?!
MEIN Ziel für 2007 ist nun, den Kontakt zu Medizinischen Fachangestellten deutlich zu dezimieren und mich so NICHT mehr darüber aufregen zu müssen, dass diese ihre schlechte Laune ungefiltert an mich weitergeben. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass DIE sich ändern, ist doch eher gering. ;o)

Dienstag, November 07, 2006

Mobbing

Hallo Ihr Lieben,
nach tagelangem "Schweigen" nun also ein kurzer Exkurs zum Thema Mobbing.
"Mobbing ist eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz, unter Kollegen oder zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern. Dabei ist die angegriffene Person unterlegen. Sie wird von einer oder mehreren anderen Personen systematisch und während längerer Zeit direkt oder indirekt angegriffen. Ziel oder Effekt der Angriffe ist die Ausgrenzung der betroffenen Person."
Demzufolge handelt es sich NICHT um Mobbing, wenn
  • eine Teilnehmerin aufgrund der Unfähigkeit der Verkehrsbetriebe, einen ausreichend großen (Zieharmonika-)Sonderbus für ALLE unsere Teilnehmer zur Verfügung zu stellen, im Bus ausnahmsweise keinen Sitzplatz bekommt;
  • eine der im Bus zum Stehen im Mittelgang gezwungenen Teilnehmerinnen aufgrund eines unerwarteten Bremsmanövers des Busfahrers das Gleichgewicht verliert und somit ihren Rucksack, den sie vermutlich nur mit letzter Kraft überhaupt noch festhalten konnte, gegen das Knie einer anderen Teilnehmerin schlägt;
  • ein Teilnehmer einen anderen Teilnehmer, der häufig durch Abwesenheit und Unpünktlichkeit glänzt, mit den Worten: "Auch mal wieder da?" begrüßt;
  • eine Teilnehmerin nicht mehr mit einer anderen Teilnehmerin spricht, weil diese ihr den Freund ausgespannt hat;
  • ...

WIE kommt es eigentlich dazu, dass so viele Menschen glauben, an ihrem Arbeitsplatz Mobbing ausgesetzt zu sein. Und vor allem: Warum fühlen sich - zumindest in MEINEM Umfeld - vorwiegend die Menschen gemobbt, die kaum in der Lage sein dürften, den Begriff zu buchstabieren und die außerdem Schwierigkeiten haben dürften, die Begriffe Mobbing und Arbeit zu definieren?!

P.S. Anlass für diesen Post waren übrigens Stilblüten wie "Mopsing", "Whopping" etc. denen ich in meiner alltäglichen Arbeit ausgesetzt bin und bei deren Äußerung - in mündlicher oder schriftlicher Form - ich keinen Lachanfall bekommen darf, weil ICH sonst womöglich noch als Mobbingtäterin überführt werde! ;o)