Montag, Mai 12, 2008

Entdecke die Möglichkeiten!

Hallo Ihr Lieben,
... ich weiß nicht, ob einem von Euch der Slogan was sagt ... aber ich weiß auch nicht, ob es erlaubt ist, Firmennamen in einem BLOG zu verwenden und drum müssen diejenigen unter Euch, die jetzt noch nicht wissen, um welchen "Global Player" es hier gehen soll, sich einfach bei mir rückversichern. ;o)
Einige von Euch wussten es ja vielleicht schon: ich bin im Renovierungswahn ... immerhin wohne ich nun auch schon seit 2 Jahren und 5 Monaten in meiner Wohnung. Neben meiner "Schlosspark-WG" ist das die längste Zeit in ein und denselben 4 Wänden.
Im Januar war deshalb das Wohnzimmer dran. Hier mussten die Wände für die neuen alten Möbel meiner Oma und die mir als Leihgabe dankenswerter Weise zur Verfügung gestellten Gemälde meiner Mutter dringend neu gestaltet werden ... ein recht einfaches Unterfangen, für das ich - dank der Unterstützung einer sehr lieben Freundin - lediglich ein paar Stündchen benötigte und an dessen Ergebnis ich mich nun schon mehrere Monate erfreue.
Wenn ich seinerzeit geahnt hätte, dass Renovieren nicht zwangsläufig derart reibungslos verlaufen MUSS, hätte ich die Umgestaltung meines Schlafzimmers höchstwahrscheinlich gar nicht erst geplant. Aber das positive Gefühl beim täglichen Betrachten des Ergebnisses im Wohnzimmer und einige Besuche auf der Homepage des "Global Players" haben ein gewisses Handwerkergen in mir wieder an die Oberfläche geschwemmt und in mir das dringende Bedürfnis nach der Renovierung meines Schlafzimmers geweckt ... vielleicht schaue ich auch einfach nur zu viele Doku-Soaps, in denen GELERNTE Handwerker die Wohnungen von hernach freudentränenüberströmten Menschen umbauen?! ;o)
Jedenfalls habe ich geplant, mir Möbel zu kaufen und zu streichen und - immerhin ist das Zimmer, über das wir hier reden, gerade mal 18qm groß - mir nichts Böses dabei gedacht.
Zunächst bestand der Plan, Alles über das Internet zu beziehen. Drum bin ich auf die Homepage des "Global Players", habe alle Artikel in meinen virtuellen Einkaufswagen gepackt und mich dabei stets darauf verlassen, dass ich meine neuen Möbel - wie auf der Service-Site versprochen - innerhalb von einer Woche geliefert bekomme. Als ich mich dann durch den etwas langwierigen Bestellvorgang geklickt hatte, stand da allerdings mitnichten die NÄCHSTE Kalenderwoche als Liefertermin sondern vielmehr die übernächste. Also habe ich den Bestellvorgang abgebrochen und mich dazu entschieden, die Möbel selbst im Einrichtungshaus zusammenzusuchen und sie mir dann von einem vom "Global Player" beauftragten Transportunternehmen "Montags bis Samstags von 7 bis 21 Uhr innerhalb von 24-72 Stunden" liefern zu lassen.
Als ich dann gemeinsam mit der selben lieben Freundin, die mir bereits bei der Renovierung meines Wohnzimmers zur Seite stand, endlich - am Ende eines ohnehin schon langen Arbeitstages - alle Artikel eingesammelt, bezahlt und vor den Transport-Schalter gekarrt hatte, sagt mir der junge Mann am Ende eines kurzen Gesprächs: "Samstags liefern wir gar nicht." ... und ein kurzer Blick auf das vor ihm liegende Blatt, auf dem die Auslieferungen eingetragen werden, bestätigte diese Aussage, denn der SAMSTAG war dort überhaupt gar nicht verzeichnet! Als ich das so nicht stehen lassen wollte - bzw. eigentlich hat mich die Freundin dazu gedrängt ;o) - hat mich der junge Mann an den Kundenservice verwiesen. Die junge Frau, die dort ihren Dienst tat, überraschte zunächst einmal damit, dass sie die Inhalte der Homepage des "Global Players" für den sie immerhin tätig ist, überhaupt nicht kannte und sich diese von MIR zeigen lassen musste. Allerdings hat mich das auch nicht weitergebracht. Denn außer einem "mmh ... komisch ... samstags liefern wir eigentlich gar nicht" und einigen ratlosen Blicken trat sie nicht in Erscheinung. Ihre direkte Vorgesetzte, die sich bis dato das Gespräch nur mit halbem Ohr angehört hatte, zeichnete sich zunächst einmal dadurch aus, dass sie auf eine Unterbrechung unsererseits ziemlich unverschämt mit den Worten "... ich lass mir das jetzt von meiner Kollegin zu Ende erklären, gell?!" reagierte. Weiter griff sie nicht ins Geschehen ein, sondern bestätigte vielmehr die Aussage ihrer Kollegin, dass samstags gar nichts ausgeliefert werde. Erst auf Nachfrage erhielten wir dann die Telefonnummer der stellvertretenden Leiterin des Kundenservice und meine bereits bezahlten Artikel wurden beim "Global Player" zwischengelagert.
Beim Anruf am nächsten Morgen hat mich dann fast der Schlag getroffen. Mit einer unglaublichen Arroganz hat die stellvertretende Leiterin des Kundenservice doch glatt behauptet, dass NATÜRLICH samstags ausgeliefert werde und sowohl der "junge Mann vom Transport" als auch ihre Kolleginnen sich da wohl falsch ausgedrückt oder es nicht besser gewusst hätten. Sie wollte mir dann den Transporter für eine Stunde kostenlos zur Verfügung stellen ... wer sich nicht auskennt: allein die Fahrt von Saarlouis nach Saarbrücken dauert ca. 25 Minuten und zurück muss man ja dann auch wieder. Außerdem hat sie dabei wohl vergessen, dass die Möbel natürlich auch noch von irgend jemandem nach oben getragen werden müssen und dass das alles wohl kaum innerhalb von einer Stunde geschafft werden kann. Nach einigem Hin und Her haben wir uns dann darauf geeinigt, dass ich wenigstens die 20 Euro ausbezahlt bekomme und die Möbel dann letztlich doch selbst hole ... zum Glück hatte sich ein Kollege dazu bereit erklärt!
Als die Möbel dann endlich bei mir vor der Wohnung waren, haben wir festgestellt, dass der nächtliche Aufenthalt in einem Räumchen des "Global Players" nicht ohne Folgen gewesen war. Eines der Möbelstücke war ziemlich demoliert. Also musste ich am nächsten Tag noch einmal in die heiligen Hallen fahren, den Schreibtisch umtauschen und einen neuen besorgen.
Kann sich irgend jemand vorstellen, wie ICH mich gefühlt habe?! Der Mitarbeiter an der Umtausch-Theke hatte Glück im Unglück, da er gar nicht erst versuchte, den Umtausch zu verhindern! Denn für die Folgen einer direkten oder indirekten Schuldzuweisung seinerseits hätte ich nicht garantieren können.
Mein Fazit: Entdecke die Möglichkeiten, ist eine Umschreibung und bedeutet aus Unternehmersicht soviel wie
  • Es gibt viele Möglichkeiten, die Kunden mit irreführender Werbung zu animieren! ... oder ...
  • Es gibt viele Möglichkeiten, die Kunden mehrfach in die heiligen Hallen zu locken!

Kurz: wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, werde ich in den kommenden Wochen und Monaten nicht mehr nach Saarlouis fahren, um Möbel zu kaufen. Und dass es sich vermeiden lässt, dafür spricht die Tatsache, dass die Einbauküche meinen Vermietern gehört und sich Investitionen in Badezimmermöbel nicht wirklich lohnen, da die Fliesen davon auch nicht schöner werden.

Abschließend an dieser Stelle aber noch ein Dank an all die Personen, die mich bei dieser Renovierungsaktion so tatkräftig unterstützt haben ... und sei es auch nur im psychohygienischen Austausch! DANKE!