Donnerstag, September 23, 2010

Hotelketten

Hallo Ihr Lieben!



Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich schon über meine Erfahrungen in einem Hotel der ... aber nein! Das mit den Namen bekannter Hotelketten im Zusammenhang mit Kritik ist ja keine so tolle Idee! Gut! Dann eben eine Umschreibung ... "mikrokristalline Varietät des Minerals Quarz"-Kette in Wiesbaden geschrieben hatte. Aber das dort Erlebte wurde kürzlich ohnehin in Mainz getoppt. Allerdings in der Niederlassung einer anderen Kette, deren Name das Akronym für "Endgültig Taub, Auswahl Popelig" darstellt:



Wir fahren von der Autobahn ab und erreichen - übrigens müde von einem Fortbildungstag ;o) - ein herzerfrischend schönes Industriegebiet. Während wir noch denken, dass uns das Navi in den ALDI führt, da dessen Reklameschild deutlich hervorsticht, seuselt die betörende Frauenstimme dann doch kurz vorher "Sie haben ihren Bestimmungsort erreicht" und lotst uns auf den Parkplatz des Hotels. Und da bietet sich uns ein ganz wunderprächtiger Anblick: einige Trucker, die in ärmellosen und - offenbar ungewollt - bauchfreien Oberteilen sich auf den grünen Baumarkt-Plastikstühlen fläzend ihr Feierabendbier genießen.



Nachdem wir uns - aus Angst vor Augenkrebs und/oder Übergriffen - etwas überstürzt an ihnen vorbeigezwängt haben, öffnet sich vor uns das Entré des Hotels: linker Hand befinden sich ein Heiß-, ein Kaltgetränke- sowie ein Süßwarenautomat. Rechter Hand erblicken wir eine Art Diner, d.h. ein paar Hocker, die vor einem die Fensterfront flankierenden Tisch platziert sind gepaart mit insgesamt 4 weiteren Tischchen inklusive Hockern, die im Raum "verteilt" sind und nicht zuletzt von einem - wie sich am nächsten Morgen herausstellen sollte - Buffett begleitet werden. Direkt vor uns befindet sich der Empfangstresen, hinter dem ein offenbar vollkommen überforderter und am Rücken blutbefleckter Hotelchef versucht, das entstehende Chaos unter Kontrolle zu bekommen.



Erst einmal einer Gastgruppe zugeordnet erhalten wir dann ein "viertes" Handtuch - wobei bis heute unklar bleibt, warum eben dieses in einem Doppelzimmer nicht ohnehin von der Mitarbeiterin des Housekeeping vorbereitet wurde - und tippeln durch den dunklen Flur in Richtung unserer Zimmertür. Diese scheint wie eine Zellentür in Fort Knox mit einem Zeitschloss gesichert. Aber mit dem uns an der Rezeption ausgehändigten - und übrigens täglich wechselnden - Code können wir sie dann doch öffnen und unsere Suite betreten.
Vor unseren Augen erscheint ein klitzekleines Flürchen. Linker Hand erblicken wir die Badezimmer- oder besser - wie sich herausstellt - die Toilettentür. Eine leichte Berührung der Wände mit dem Fingerknöchel bestätigt die Vermutung, dass es ich um Gipskartonwände handelt, welche nun nicht gerade für ihre geräuschabsorbierende Wirkung berühmt sind. Leicht konsterniert treten wir zurück ins Flürchen und finden - sozusagen im Schlafgemach - einen Waschtisch mit Waschbecken, Spiegel und den Hotelüblichen Utensilien. Direkt daneben - und somit irgendwie auch eher dem Schlaf- als dem Badezimmer zuzuordnen - befindet sich die Duschkabine. Diese verbreitet den Charme einer Camping- oder Wohnwagendusche und zeichnet sich zudem durch ihre Leichtbauweise und die damit verbundene akustische Problematik für die sich morgens zur Duschzeit der einen noch im Traumland befindende andere Mitbewohnerin aus.
Im - vergleichsweise großen - Schlafraum gehen Augen und Hände nun vergebens auf die Suche nach einem Lattenrost ... schade eigentlich ... und - um es zu reframen - eine kleine Abwechslung für Wirbelsäule und Rückenmuskulatur, der sie sich für die Dauer von zwei Nächten stellen und der sie gewachsen sein sollten.
Es bricht die Nacht herein. Bereits bei angeschaltetem und nicht eben leisem Fernseher vernehmen wir im regelmäßigen Zeitabstand von ca. einer Minute ohrenbetäubenden Lärm, den wir - nach ersten Irritationen und Überlegungen, welcher Zimmernachbar wohl als Verursacher ausgemacht werden könnte - dann doch den in Frankfurt am Main landenden Flugzeugen zuordnen können. Yippie! ... WER BITTE KOMMT AUF DIE IDEE, EIN HOTEL IN DER EINFLUGSCHNEISE DES FLUGVERKEHRDREHKREUZES FRANKFURT ZU ERBAUEN?! ... Nun gut: wir beginnen also damit, uns über mögliche Abflughäfen Gedanken zu machen und in diesem Zusammenhang über Traumurlaubsziele zu spekulieren. Alternativ entwickeln wir persönliche Mantras wie z.B. "Bleiben Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit bitte angeschnallt, bis wir unsere Parkposition erreicht haben." und schlafen darüber dann letztlich auch ein.
Der nächste Morgen beginnt für beide Beteiligten zur selben Uhrzeit. An dieser Stelle noch einmal ein Dank an das Architektenteam! Sicher hat es einen Designpreis erhalten!
Nach jeweils einer aktiven sowie einer passiven Duschreise erreichen wir noch etwas müde den Frühstücksraum und stellen fest, dass der Hinweis des Hotelchefs vom Vorabend "Bitte erscheinen Sie nicht alle gleichzeitig zum Frühstück" wirklich als nett gemeinter Ratschlag gemeint war. Denn nahezu alle Plätze sind vergeben und so habe ich das große Los gezogen und darf mit dem Gesicht zur Wand - und mit der Nasenspitze tatsächlich lediglich ca. 10 cm davon entfernt - Platz nehmen. Die Auswahl am Buffett ist reichlich ... zumindest wenn man auf Tee- und Leberwurst sowie auf Streichkäse steht. Sollte man allerdings das Bedürfnis nach Eiern sowie Aufschnittware (Käse oder Wurst) haben, so wird dieses hier nicht gestillt. Auch die Tatsache, dass die zweite Frühstücksschicht am Samstag nur noch Baguette-, nicht jedoch Körnerbrötchen "wählen" konnte, spricht für sich oder auch gegen die Hotelkette.
Folgende Bauernweisheiten bestätigen sich demnach wieder einmal:
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen! ...
Qualität hat ihren Preis!
Kurz: sollte ich noch einmal in die Bredouille kommen, ein Hotelzimmer in der Nähe von Ingelheim anmieten zu müssen, werde ich mich sicher nicht für eines in Mainz-Hechtsheim und auch für kein anderes Hotel eines Billiganbieters entscheiden ... außer die Qualität der Fortbildung ließe sich steigern. ;o)

Lebenslanges Lernen

Hallo Ihr Lieben,
ja! Da bin ich mal wieder. Heute geht es um das Thema "Lebenslanges Lernen". Im Rahmen meines Studiums habe ich ja viel über dessen Vorzüge gelesen und gehört und mich in den vergangenen Jahren auch entsprechend verhalten.
Zunächst habe ich - mehr oder weniger erfolgreich - einige VHS-Kurse besucht. Zwei, in denen ich mich der Muttersprache meiner Nichte angenähert und zwei, in denen ich mein Hausfrauengen befriedigt und ein bisschen nähen gelernt habe.
Im Anschluss daran kamen eine erste Ausbildung, in der ich mir eine - was kaum möglich schien ;o) - noch ressourcenorientiertere Gesprächsführung angeeignet habe sowie eine Weiterbildung, in der ich gelernt habe, zu mediieren. Nein! Ich habe mich nicht verschrieben bzw. das "t" vergessen! Mit dem MediTieren habe ich es ja nicht so. Da gleite ich doch allzu schnell ins Land der Träume ab. Aber weil alle so davon schwärmen, wollte ich wenigstens etwas lernen, das so ähnlich klingt. ;o)
Spaß beiseite: nach der MediatorInnen-Ausbildung folgt nun ein Aufbauseminar in einem speziellen Feld der Mediation mit dem Ziel - neben der Befriedigung des sehr ausgeprägten Dranges nach lebenslangem Lernen und der Erweiterung des Mediationstechniken-Horizonts - die Anerkennung durch den Bundesverband zu erlangen. Aber dass mir das so viel abverlangen würde, hatte ich nicht zu befürchten gewagt. Denn wie mir jetzt in vier Blöcken a 3 Tagen stets aufs Neue schmerzlich bewusst wird, korreliert der persönliche Gewinn von lebenslangem Lernen stark mit der Qualität der gewählten Aus-, Weiter- oder Fortbildungsveranstaltung. Und dieser wiederum lässt bei dem von mir gewählten Seminar sehr zu wünschen übrig! Im Folgenden werde ich versuchen, die Ursachen meiner Qualen zu schildern:
Zeitmanagement
Es handelt sich um eine Fortbildung, die vor allem für LehrerInnen gedacht ist. Das bringt offenbar mit sich, dass sich ausnahmslos alle TeilnehmerInnen - auch die Nicht-LehrerInnen - den zeitlichen Rahmenbedingungen des Schulbetriebs unterwerfen müssen. Kurz: wir machen ständig Pausen! Im Grunde könnte man schon fast sagen, dass die Pausen lediglich von kurzen Seminarzeiten unterbrochen werden! Und sobald wir länger als 1 Stunde am Stück arbeiten, werden bereits erste Unmutsäußerungen laut!
Ganz ehrlich: würden sich die teilnehmenden LehrerInnen ein bisschen zusammenreißen, könnten wir aus 4 Blöcken a 3 Tagen 4 Blöcke a 2 Tagen (maximal!) machen und z.B. meine Wenigkeit müsste nicht für diesen Humbug auch noch 8 Urlaubstage opfern!
Organisation
Sowohl die LeiterInnen als auch die Akademie führen diese Fortbildung nicht zum ersten Mal durch. Dementsprechend irritierend ist es, dass Hotelzimmer nicht gebucht, Quittungen nicht geschrieben und Kopien nicht vorbereitet sind. Auch die Kenntnis der Räumlichkeiten sowie der technischen Ausstattung muss als eher sporadisch bezeichnet werden.
Ablauf
Ganz im Ernst ... aber von LehrerInnen - und als solche arbeiten zumindest zwei der Leiterinnen in ihrem Hauptberuf - erwarte ich schon, dass sie in der Lage sind, Kopien in einem Raum mit 20 Menschen anständig auszuteilen. Dazu gehört meines Erachtens, dass beispielsweise zusammengehörende Kopien bereits vorab von den Austeilenden geheftet und nicht als Sammelsurium nacheinander an jeweils zwei Stellen in den Stuhlkreis gegeben werden. Denn das Ergebnis dieser Vorgehensweise ist stets Verwirrung pur und - und an dieser Stelle streifen wir erneut Punkt 1 - ein enormer Zeitverlust. Beides wäre zu vermeiden.
Ein weiterer Aspekt, der am Ablauf zu kritisieren wäre, sind mangelnde Absprachen. Während beispielsweise eine Leiterin denkt, sie müsse die Begleit-CD anhalten, um dem Hauptredner ein gewisses Verschnaufpäuschen bzw. ein Zeitfenster zum Exkurs zu verschaffen, fragt sich dieser in den entstehenden Pausen offenbar nur, ob die Batterie seines Hörgerätes den Geist aufgegeben hat. Und dies führt erneut zu Zeit- und übrigens auch zu Gesichtsverlust.
Ich könnte noch stundenlang über die negativen Aspekte dieses Aufbauseminars sprechen. Aber zum einen möchte ich Euch nicht langweilen und zum zweiten fällt es mir ohnehin schon schwer, die Motivation für den Besuch der beiden letzten Blöcke zusammen zu kratzen.
Deshalb zum Abschluss noch ein paar Worte zu meiner Verteidigung:
  1. Ich brauche das Aufbauseminar - wie bereits erwähnt - für meine Anerkennung beim BM!
  2. Es ist aufgrund der Förderung durch das Bildungsministerium Rheinland-Pfalz unschlagbar günstig!
  3. Ich habe - sofern sie mich nicht im Stich lässt - eine sehr nette Begleitung!
  4. Ich treffe ein paar Mädels aus der Intervisionsgruppe und so können wir die Zeit u.a. auch nutzen, um unsere Geschäftsidee voranzutreiben!
  5. Hin und wieder entdecke ich kleine Silberstreife am Horizont, wenn ich z.B. eine neue Technik oder mich selbst im Rollenspiel besser kennen lerne!

Ich finde, SO schlecht sind die Argumente nicht. ;o)

In diesem Sinne: scheut Euch nicht, Euch dem während meines Studiums propagierten Motto des "Lebenslangen Lernen" zu unterwerfen. Es KANN lustig und bereichernd sein!