Donnerstag, September 23, 2010

Lebenslanges Lernen

Hallo Ihr Lieben,
ja! Da bin ich mal wieder. Heute geht es um das Thema "Lebenslanges Lernen". Im Rahmen meines Studiums habe ich ja viel über dessen Vorzüge gelesen und gehört und mich in den vergangenen Jahren auch entsprechend verhalten.
Zunächst habe ich - mehr oder weniger erfolgreich - einige VHS-Kurse besucht. Zwei, in denen ich mich der Muttersprache meiner Nichte angenähert und zwei, in denen ich mein Hausfrauengen befriedigt und ein bisschen nähen gelernt habe.
Im Anschluss daran kamen eine erste Ausbildung, in der ich mir eine - was kaum möglich schien ;o) - noch ressourcenorientiertere Gesprächsführung angeeignet habe sowie eine Weiterbildung, in der ich gelernt habe, zu mediieren. Nein! Ich habe mich nicht verschrieben bzw. das "t" vergessen! Mit dem MediTieren habe ich es ja nicht so. Da gleite ich doch allzu schnell ins Land der Träume ab. Aber weil alle so davon schwärmen, wollte ich wenigstens etwas lernen, das so ähnlich klingt. ;o)
Spaß beiseite: nach der MediatorInnen-Ausbildung folgt nun ein Aufbauseminar in einem speziellen Feld der Mediation mit dem Ziel - neben der Befriedigung des sehr ausgeprägten Dranges nach lebenslangem Lernen und der Erweiterung des Mediationstechniken-Horizonts - die Anerkennung durch den Bundesverband zu erlangen. Aber dass mir das so viel abverlangen würde, hatte ich nicht zu befürchten gewagt. Denn wie mir jetzt in vier Blöcken a 3 Tagen stets aufs Neue schmerzlich bewusst wird, korreliert der persönliche Gewinn von lebenslangem Lernen stark mit der Qualität der gewählten Aus-, Weiter- oder Fortbildungsveranstaltung. Und dieser wiederum lässt bei dem von mir gewählten Seminar sehr zu wünschen übrig! Im Folgenden werde ich versuchen, die Ursachen meiner Qualen zu schildern:
Zeitmanagement
Es handelt sich um eine Fortbildung, die vor allem für LehrerInnen gedacht ist. Das bringt offenbar mit sich, dass sich ausnahmslos alle TeilnehmerInnen - auch die Nicht-LehrerInnen - den zeitlichen Rahmenbedingungen des Schulbetriebs unterwerfen müssen. Kurz: wir machen ständig Pausen! Im Grunde könnte man schon fast sagen, dass die Pausen lediglich von kurzen Seminarzeiten unterbrochen werden! Und sobald wir länger als 1 Stunde am Stück arbeiten, werden bereits erste Unmutsäußerungen laut!
Ganz ehrlich: würden sich die teilnehmenden LehrerInnen ein bisschen zusammenreißen, könnten wir aus 4 Blöcken a 3 Tagen 4 Blöcke a 2 Tagen (maximal!) machen und z.B. meine Wenigkeit müsste nicht für diesen Humbug auch noch 8 Urlaubstage opfern!
Organisation
Sowohl die LeiterInnen als auch die Akademie führen diese Fortbildung nicht zum ersten Mal durch. Dementsprechend irritierend ist es, dass Hotelzimmer nicht gebucht, Quittungen nicht geschrieben und Kopien nicht vorbereitet sind. Auch die Kenntnis der Räumlichkeiten sowie der technischen Ausstattung muss als eher sporadisch bezeichnet werden.
Ablauf
Ganz im Ernst ... aber von LehrerInnen - und als solche arbeiten zumindest zwei der Leiterinnen in ihrem Hauptberuf - erwarte ich schon, dass sie in der Lage sind, Kopien in einem Raum mit 20 Menschen anständig auszuteilen. Dazu gehört meines Erachtens, dass beispielsweise zusammengehörende Kopien bereits vorab von den Austeilenden geheftet und nicht als Sammelsurium nacheinander an jeweils zwei Stellen in den Stuhlkreis gegeben werden. Denn das Ergebnis dieser Vorgehensweise ist stets Verwirrung pur und - und an dieser Stelle streifen wir erneut Punkt 1 - ein enormer Zeitverlust. Beides wäre zu vermeiden.
Ein weiterer Aspekt, der am Ablauf zu kritisieren wäre, sind mangelnde Absprachen. Während beispielsweise eine Leiterin denkt, sie müsse die Begleit-CD anhalten, um dem Hauptredner ein gewisses Verschnaufpäuschen bzw. ein Zeitfenster zum Exkurs zu verschaffen, fragt sich dieser in den entstehenden Pausen offenbar nur, ob die Batterie seines Hörgerätes den Geist aufgegeben hat. Und dies führt erneut zu Zeit- und übrigens auch zu Gesichtsverlust.
Ich könnte noch stundenlang über die negativen Aspekte dieses Aufbauseminars sprechen. Aber zum einen möchte ich Euch nicht langweilen und zum zweiten fällt es mir ohnehin schon schwer, die Motivation für den Besuch der beiden letzten Blöcke zusammen zu kratzen.
Deshalb zum Abschluss noch ein paar Worte zu meiner Verteidigung:
  1. Ich brauche das Aufbauseminar - wie bereits erwähnt - für meine Anerkennung beim BM!
  2. Es ist aufgrund der Förderung durch das Bildungsministerium Rheinland-Pfalz unschlagbar günstig!
  3. Ich habe - sofern sie mich nicht im Stich lässt - eine sehr nette Begleitung!
  4. Ich treffe ein paar Mädels aus der Intervisionsgruppe und so können wir die Zeit u.a. auch nutzen, um unsere Geschäftsidee voranzutreiben!
  5. Hin und wieder entdecke ich kleine Silberstreife am Horizont, wenn ich z.B. eine neue Technik oder mich selbst im Rollenspiel besser kennen lerne!

Ich finde, SO schlecht sind die Argumente nicht. ;o)

In diesem Sinne: scheut Euch nicht, Euch dem während meines Studiums propagierten Motto des "Lebenslangen Lernen" zu unterwerfen. Es KANN lustig und bereichernd sein!